
Darauf haben zumindest Radfahrer schon lange gewartet, für die hier mitunter schon die Begegnung mit einem einzelnen entgegenkommenden PKW ein Hindernis darstellt: Die Stadt will die Fahrgasse in der Schillerstraße auf mindestens vier Meter verbreitern. Das geht natürlich nur zu Lasten der Anwohnerparkplätze, in diesem Bereich der Fahrradstraße zwischen Ring und Hauptbahnhof wird das Parken von Kraftfahrzeugen künftig nur noch auf der südlichen Seite möglich sein.
Die Schillerstraße wurde schon 1990 als erste Fahrradstraße in Münster ausgewiesen und wird den heutigen Ansprüchen dafür längst nicht mehr gerecht. Weil sie inzwischen Teil der Veloroute Everswinkel-Münster und zudem die zentrale Verbindung zwischen dem Südosten Münsters und dem Hauptbahnhof ist, soll nicht nur der Radverkehr mit den geplanten Maßnahmen sicherer gemacht werden. Denn es wird nicht nur die Fahrgasse durch den Wegfall der Parkmöglichkeiten auf der nördlichen Seite verbreitert, es sollen auch Fahrradanlehnbügel errichtet werden, um die Gehwege von abgestellten Fahrrädern freizuhalten und so mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger zu schaffen. Außerdem dürfen Kraftfahrzeuge dann nicht mehr vom Hansaring in die Schillerstraße ein- oder ausfahren. Geplant ist weiterhin, zwei neue Bäume auf diesem Teil der Schillerstraße zu pflanzen.
Der Umbau wird voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2024 beginnen. Der Ausschuss für Verkehr und Mobilität hat diesen entsprechend der münsterischen Fahrradstraßen-Qualitätsstandards gestern beschlossen. Ziel ist, den Verkehr auf diesem zentralen und viel befahrenen Abschnitt der Schillerstraße sowohl für Radfahrerinnen und Radfahrer als auch für Fußgängerinnen und Fußgänger sicherer zu gestalten. Fahrradstraßen sind vornehmlich dem Radverkehr vorbehalten. Auf einer breiteren Fahrgasse können Radfahrende komfortabel und kommunikativ nebeneinander herfahren, das ist auf Fahrradstraßen ausdrücklich erlaubt.
Die aktuelle Gestaltung der Schillerstraße als Fahrradstraße bietet zwischen Hansaring und Bremer Platz jedoch keinen geschützten und komfortabel zu befahrenen Straßenraum für Radfahrende. Beidseitig parken dort Kraftfahrzeuge, Rad- und Autoverkehr können nicht mit den erforderlichen Sicherheitsabständen aneinander vorbeikommen, durch unaufmerksam geöffnete Autotüren ist die Unfallgefahr für Radfahrende hoch. Insbesondere in den Kreuzungsbereichen ist die Lage für alle Verkehrsteilnehmenden unübersichtlich.
Durch die geplante geänderte Verkehrsführung für Autos sollen Kfz-Durchgangs- und Schleichverkehre auf der Fahrradstraße minimiert werden. Insbesondere Kinder, Jugendliche und Familien sollen aufgrund ihres Nutzungsverhaltens von autoarmen und damit „geschützten“ Straßenräumen profitieren.
Anregungen aus der Bürgerschaft
Aufgrund der zentralen Lage der Schillerstraße und der vielfältigen Nutzungen hat die Stadt im Frühsommer dieses Jahres einen breit angelegten öffentlichen Kommunikationsprozess angestoßen. Anliegerinnen und Anlieger, aber auch die interessierte Öffentlichkeit und Interessensgruppen konnten Hinweise und Anregungen zu den ersten Planungsideen geben. „Mit verschiedenen digitalen und analogen Formaten sind wir mit der Bürgerschaft über die Schillerstraße ins Gespräch gekommen“, sagt Stadtbaurat Robin Denstorff. „Mithilfe der Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit konnten wir die Umbauplanungen so konkretisieren, dass wir die Sicherheit für den Radverkehr auf dieser Fahrradstraße erheblich steigern werden“, so Denstorff, der sich bei den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Engagement bedankt.
Weitere Informationen sowie die Ergebnisse der durchgeführten informellen Beteiligung findet ihr unter www.stadt-muenster.de/schillerstrasse.
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