
Ein Mensch liegt leblos in der Fußgängerzone und jeder der ihn sieht, erschreckt sich zunächst. Das Erschrecken ist echt, der Mensch allerdings nicht, es handelt sich um eine Übungspuppe, die von Krankenpflegern der Raphaelsklinik auf das Pflaster der Salzstraße gelegt wurde. Auf den Schrecken sollte möglichst das Handeln folgen, von den Initiatoren der deutschlandweiten Aktion „Woche der Wiederbelebung“ auf die kurze Formel „Prüfen, Rufen, Drücken“ gebracht.
Und genau hier hakt es, wie der Fachkrankenpfleger Ralf Epping erläutert: „In Deutschland beginnen nur etwa 15 Prozent der Menschen mit Wiederbelebungsversuchen, in Skandinavien oder den Niederlanden liegt diese Quote bei rund 80 Prozent“. Neben der Sorge, irgendetwas falsch zu machen, ist eine Ursache offenbar die mangelnde Übung. Um möglichst vielen Menschen die Grundlagen der Wiederbelebung zu vermitteln, hat Epping gemeinsam mit seinem Kollegen Armin Roettger und in Kooperation mit den Stadtwerken Münster in deren City Shop Salzstraße mehrere Übungspuppen ausgelegt, an denen die Herzdruckmassage unter Anleitung der Experten lebensnah geübt werden kann.
Jovana Boysen und Ludger Wielspütz nutzten als erste die Gelegenheit, um ihre bereits etwas angestaubten Kenntnisse aufzufrischen: „In meinem Bekanntenkreis ist kürzlich jemand umgekippt. Wenn ich dabei gewesen wäre, hätte ich vermutlich nicht gewusst, was zu tun ist“, berichtet Boysen. Beide hoffen, dass sie dieses Wissen nie anwenden müssen, freuen sich aber über die günstige Gelegenheit, mit den beiden Krankenpflegern aus der Raphaelsklinik über das Thema Wiederbelebung sprechen zu können und sich praktische Tipps geben zu lassen.
Am kommenden Samstag wird diese kostenlose Aktion von 11:00 bis 16:00 Uhr wiederholt, die Stadtwerke Münster und die Krankenpfleger der Raphaelsklinik wünschen sich möglichst viele Interessierte, damit zumindest in Münster die Zahl derjenigen, die beherzt helfen können, steigt.
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