
Vor 50 Jahren traten die Rolling Stones das erste Mal vor deutschem Publikum auf. Rudolf Homann war damals in der Halle Münsterland dabei und erinnert sich.
„Ich war gerade einmal 15 Jahre alt, als die Rolling Stones in Münster spielten. Entweder war man damals Fan der Stones oder der Beatles. Ich war ersteres und live dabei.
Doch das war nicht einfach. Ich wohnte in Havixbeck und meine Eltern waren – wieso auch immer – der Ansicht, ich sei noch zu jung, zumal sie gewarnt worden waren, dass es sich um böse Jungs handele. Dieser Auffassung wollte ich mich partout nicht anschließen.

Zu meinem Glück hatte ich einen älteren Bruder, der einen Kumpel hatte, der einen uralten Käfer sein Eigen nannte. Und so kam ich doch zum Konzert. Ich musste zwar Zuhause aus dem Fenster steigen, doch das störte mich nicht. In der Halle Münsterland angekommen, suchten wir unsere Plätze, die sich nach meiner Erinnerung ein ganzes Stück vor der Bühne befanden. Die Sitze waren vorsorglich am Boden festgeschraubt worden, so dass ähnliches wie kurz darauf in der Berliner Waldbühne nicht passieren konnte (dort kam es nach dem Konzert zu Ausschreitungen, Anm. d. Red.).
Eine Reporterin der BILDzeitung schrieb: „Ich habe die Hölle gesehen.“ Nun, in Münster brach die Hölle nicht los. Wir fühlten uns eher wie im siebten Himmel, als unsere Idole auf die Bühne kamen. Es war, auch im Rückblick, ein tolles Erlebnis.“
Die Ausstellung „Die Rolling Stones – Das erste Deutschland-Konzert am 11. September 1965 in Münster“ wird bis zum 13. September 2015 im Stadtmuseum gezeigt.
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Wir sind in einem NSU-Prinz aus Dortmund zu 5t hingefahren. Auf dem Hinweg noch in WDR2 dem Moderator Butler (Jahre später kurz mein Chef) gehört der rumdruckste was wohl „ I can get no Satisfaction „ bedeuten sollte.
Konzert war super. Auf dem Rückweg ging das Benzin aus, Geld hatten wir nicht mehr, aber Glück und nette Münsterländer in der dunklen Nacht zur Hilfe gefunden.
Ja, ja, so ist das. In meinem Alter ist man plötzlich Zeitzeuge.