
Wenn bei einem Neubau am Ende auch die Außenanlagen fertiggestellt sind, ist das nicht immer eine Meldung wert. Beim Hansator in Münster hat dies jedoch ganz konkrete Auswirkungen: An der Ostseite des Hauptbahnhofs kann ab sofort kurzzeitig mit dem Auto gehalten werden, um Mitfahrende aus- oder einsteigen zu lassen.
Die beiden Pressemeldungen, die uns dazu vorliegen, könnten dabei unterschiedlicher kaum klingen. So verkündet die für den Bau verantwortliche Landmarken AG „Am Hansator darf nun geküsst werden“, weil neben den neuen Taxiständen und einer Haltestelle für den Schienenersatzverkehr nun auch die neue Kiss ’n Ride-Fläche vor dem Hansator in Betrieb geht, auf der „ab sofort gehalten, geküsst und wieder gefahren werden“ kann. Die Mitteilung der Stadt klingt dagegen deutlich nüchterner („Abholen und Bringen an Ostseite Bahnhof möglich“), erklärt aber mehr zu den Vorschriften: Die Flächen für das Kurzzeitparken „sind kurzzeitig kostenfrei für den Hol- und Bringverkehr nutzbar, wenn der Fahrer oder die Fahrerin das Fahrzeug nicht verlässt“.
Wichtig sind dabei auch folgende Hinweise: Die Ostseite des Bahnhofs kann sowohl vom Hansaring als auch von der Wolbecker Straße angefahren werden. Allerdings lassen sich die Kurzzeitparkplätze nur in Richtung Wolbecker Straße verlassen, da in der Bremer Straße wegen der Verlegung der Fernwärmeleitungen eine Einbahnstraßenregelung gilt. Es können auch die Hamburger Straße, Soester Straße und Schillerstraße genutzt werden.
„Früher wurde die Ostseite des Hauptbahnhofes auch dafür genutzt, dass Leute vor dem Hauptbahnhof abgesetzt werden konnten“, wird Christian Hehemann, Leiter der Landmarken-Niederlassung Münster zitiert. „Dies ist nun wieder möglich und ein schöner Abschluss unseres Projekts.“ Auch die Tiefgarage mit rund 100 Pkw-Stellplätzen wurde mittlerweile eröffnet.
Das Hansator, laut Pressemitteilung „eines der wichtigsten städtebaulichen Projekte Münsters“, war bereits im August mit einem „Quartiersfest“ an die Öffentlichkeit übergeben worden. Mit Flächen für Wohnen, ein Hotel, Gastronomie und Handel sowie einem Fahrradparkhaus mit rund 2.000 Stellplätzen „bildet das Landmarken-Projekt ein urbanes Stadtquartier“. Zudem soll das Ensemble mit seiner zentralen Passage unter den Gleisen die vorherige Trennung von Innenstadt und Hansaviertel überwinden. Der Entwicklung vorausgegangen war ein von der Stadt Münster und der Deutschen Bahn ausgerufenes Investorenauswahlverfahren, aus dem die Landmarken AG mit dem Entwurf von kadawittfeldarchitektur als Sieger hervorgegangen war.
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